Lebenserhaltung im Homeoffice: Wie esse ich richtig, ohne eine innige Beziehung zum Pizzaboten aufzubauen?

Nicht, das an einer Beziehung mit dem Pizzaboten etwas falsch wäre – sind ja manchmal ganz fesche Burschen unterwegs. Aber wem das dann doch emotional und finanziell zu riskant ist… tja, der muss sich dann in der eigenen Küche was zum Essen suchen.

Manche werden sich an dieser Stelle denken: Na ist ja kein Problem, hab ja schon für zwei Tage vorgekocht.

Der Rest (so wie ich) wird feststellen, dass irgendwo hinten im Tiefkühler noch ein paar Karotten aus 2016 liegen.

Was jetzt?

Pizzabote im Home OfficeGott sei Dank ist aber nicht alle Hoffnung verloren – Freelancer müssen nicht hungern. Tatsächlich ist das Arbeiten von zu Hause sogar eine großartige Gelegenheit, sich, zumindest gelegentlich, etwas besser zu ernähren. Man hat eine komplett ausgestattete Küche zur Verfügung anstatt der drei verbogenen Gabeln, die man in einer Büroküche findet. Es stehen einem alle Möglichkeiten offen.

Keine Zeit zum Kochen?

Je nach persönlicher Arbeitseinteilung hat natürlich nicht jeder die gleiche Menge Zeit zum Kochen. Manche haben vielleicht eine komplette Stunde für Mittag eingeplant, andere laufen gerade lange genug vom PC weg, um die Mikrowelle anzuwerfen.

Arbeiten kann man natürlich mit beidem. Als genereller Tipp: Wer mittags nicht die Zeit zum Kochen hat, kann sich angewöhnen, am Abend mehr zu kochen und es am nächsten Tag aufzuwärmen. Geht auch nicht immer, kann aber eine Menge Geld und Zeit sparen. Falls das Vorkochen sich nicht so recht ausgeht, bleiben noch immer Snacks für den kleinen Hunger: Ramen, Instant-Nudeln, Tütensuppen und Co. Schnell? Ja. Lecker? Manchmal. Gesund? Eher nicht.

Gesund oder schnell?

Viele Freelancer verbringen die meiste Zeit im Sitzen – da ist gesundes Essen doppelt wichtig. Aber wie? Naja, ganz weglassen muss man Fertigsuppe und Junk Food natürlich nicht. Wer hat auch so viel Selbstbeherrschung? Wochenweise einkaufen ist eine gute Taktik. Da weiß man immer (naja, meistens), was zuhause ist und zur Auswahl steht. Nach dem Prinzip: Man kann nur Junk Food essen, wenn welches vorhanden ist.

Snacks im Home OfficeWer kreativ arbeitet, wird vielleicht festgestellt haben, dass es dem Arbeitsprozess sehr helfen kann, gelegentlich einfach die Arbeit wegzulegen und was ganz anderes zu machen. Falls dem so ist: Eine einfache Mahlzeit zu kochen, ist eine hervorragende Ablenkung. Es muss kein 5-Gänge Menü sein – Hühnerbrust mit Rosmarin und Ofenkartoffeln dauert nicht lange und schmeckt super.

Abwechslungsreiche Snacks und Resteverwertung

Wieder andere haben gerne etwas zum Kauen, während sie arbeiten. Auch daran ist nichts falsch – hier ist es aber um so wichtiger, zum Richtigen zu greifen. Nüsse sind gesünder als Schokolade, und Früchte bieten genug Abwechslung, um gesund durch die Woche zu kommen. Wenn man das nicht schafft – oder zumindest nicht so plötzlich – dann kann man sich langsam umstellen: Einfach mal alle paar Tage was Gesundes nehmen, dann mehr und mehr davon, bis man sich umgewöhnt und nur noch den gelegentlichen Heißhunger zu befriedigen hat. Ganz ehrlich: Das ist leichter als es sich anhört.

Einkaufen mit bestimmten Rezepten im Sinn ist auch sehr zu empfehlen. Wer keine Kochbücher hat (oder schreibt), kann sich im Internet eine Sammlung anlegen, mit so viel (oder wenig) Aufwand, wie man möchte. Wem das lieber ist, der kann auch die Eltern/Freunde/Nachbarn um ein paar gute Rezepte anbetteln. Und wenn dann doch mal ein paar Sachen im Kühlschrank liegen bleiben, gibt es Tools wie den Restegourmet, die dabei helfen, die Reste so effektiv und kreativ wie möglich zu verwerten.

Regelmäßig essen: Kampf dem Heißhunger

So viel also zur Frage, was es zu essen gibt.

Aber wann? Wie? Wie oft?

Zuerst zum Wann: Obwohl man sich als Freelancer in der Regel selbst die Arbeitszeit einteilt, ist es sehr zu empfehlen, regelmäßige Mahlzeiten beizubehalten. Ob das Mittagessen jetzt gegen elf, gegen drei oder exakt um 11.42 Uhr stattfindet, ist eigentlich egal. Wichtig ist die Routine, damit der Körper lernt, wann es „richtig“ ist, Hunger zu haben. Dann kommt auch der Heißhunger nach Junk Food nicht jeden Nachmittag wieder.

Zum „Wie?“: Wenn, wie oben erwähnt, Vorkochen nicht geht, empfiehlt es sich, öfters kalte Speisen wie Salate (gerne auch Wurstsalat) oder Brote mit Käse zu essen, da diese oft schneller herzurichten sind. Wer zu Mittag eine warme Mahlzeit will, kann sich in der Früh alles herrichten: Kartoffeln schälen, Gemüse schneiden, so dass dann wirklich nur mehr alles auf den Herd gestellt gehört und fertig.

Und zum „Wie oft?“: Die Versuchung, das Mittagessen auszulassen und stattdessen einfach vier verschiedene Schokoriegel zu essen (so viel zum Thema „abwechslungsreiche Ernährung“), wird vor allem zu Anfang des Home-Office-Daseins groß sein. Gesund ist es aber nicht. Meiner Erfahrung nach ist mit einem guten Frühstück hier schon der halbe Kampf gewonnen. Zum Kaffee ein Stück Toast und dann ein warmes Mittagessen, und schon erscheinen Chips und Schokolade nur mehr halb so interessant.

Frühstück für Champions

Und wenn der innere Schweinehund doch gewinnen sollte: Die Snacks so weit wie möglich weg vom Schreibtisch stellen, und gelegentlich anstatt zur Schokolade zu frischen Früchten greifen, und schon ist auch das Gewissen wieder beruhigt.

Eines soll gesagt sein: Das Vorbereiten und Kochen von Mahlzeiten sollte auch nicht ausarten und als Entschuldigung dafür dienen, die eigentliche Arbeit zu vernachlässigen (siehe: Prokrastination). Gesunde Ernährung ist super, sollte aber nach einer gewissen Umstellungsperiode wie von alleine laufen. Ständiges Planen führt nur wieder zu Stress und Ablenkung, und die Arbeit bleibt erst recht auf der Strecke.

Rezeptideen: Bye bye, Pizzabote!

Also: Einen Plan machen und daran halten, bis er zur Gewohnheit geworden ist. Eigentlich ähnlich der Umstellung von Büro auf Heimarbeit. Das Wichtigste ist die Einstellung: Wer das Ganze als unlösbares Problem oder unüberwindbares Hindernis ansieht, der wird recht schnell wieder mit dem Pizzaboten flirten.

Hier noch eine kurze Liste mit gesunden und leckeren Rezeptideen:

Healthy Lunch Recipes von BBC Good Food – selbstgemachte Sushi sind hier eine super Idee, da man sie leicht am Tag vorher (oder sogar am Wochenende) vorbereiten kann, und man die Zutaten endlos variieren kann. So zum Beispiel Ei, Lachs, Thunfisch, Avocado, sogar Tintenfisch oder Shrimps.

Auch der Couscous Salat schmeckt super.

Lunch-Ideen von REALSIMPLE – der Sommer Shrimp Salat schmeckt auch im Herbst super, und die Puten-Wraps sind sowieso immer einen Versuch wert.

Easy Work Lunches von Pop Sugar – das Chicken Lo Mein ist hier sehr zu empfehlen.

Mahlzeit!

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