Die Work-Life-Balance – und ein Beispiel, wie sie funktionieren kann

Keine Chance dem Burnout!

Mein Name ist Lisa. Meistens bin ich Krankenpflegerin im Schichtdienst, immer öfter werde ich jedoch nach Feierabend zum Freelancer.

Ich habe vor etwas mehr als einem Jahr das Schreiben für mich entdeckt. Vor etwa zwei Monaten fing ich dann als Freelancer an. Das ist gar nicht so einfach, wenn man nebenher noch 40 Stunden die Woche arbeitet und Überstunden schiebt. Denn gesetzlich gibt es auch noch einiges zu beachten (zum Beispiel in Bezug auf das Arbeitszeitgesetz und das Steuerrecht). Näheres dazu in einem anderen Beitrag.

Freelancen macht mir Spaß, und ich bin dabei ziemlich frei in der Jobauswahl. Ob ich einen Auftrag erhalte oder nicht, das entscheidet allerdings der Auftraggeber. Ich biete meine Dienstleistung lediglich an und hoffe, damit zufriedenzustellen. Um sowohl meine Festanstellung als auch meine Position als Freelancerin so auszufüllen, dass ich mich dabei auch wohl fühle, muss ich auf meine Work-Life-Balance achten.

Was ist Work-Life-Balance?

Wikipedia definiert diese wie folgt: „Work-Life-Balance steht für einen Zustand, in dem Arbeits- und Privatleben miteinander in Einklang stehen. Die Begriffsbildung Work-Life-Balance stammt aus dem Englischen: Arbeit (work), Leben (life), Gleichgewicht (balance)“.

Struktur und Regeln

Struktur und Regeln im Home OfficeDie Work-Life-Balance profitiert auf jeden Fall von Struktur und Regeln. Es gibt einige Fragen, die man sich im Vorfeld stellen muss, wenn man „nebenbei“ Freelancerin ist:

  • Wieviel Zeit möchte ich als Freelancer in der Woche investieren?
  • Wie lange brauche ich circa für die Erledigung meines Haushalts in der Woche (Wäsche waschen und aufhängen, Geschirr spülen, abstauben, staubsaugen, aufwischen, einkaufen etc.)?
  • Wieviel Zeit bleibt mir nach der Arbeit überhaupt noch zur Verfügung?
  • Gibt es noch andere Verpflichtungen, denen ich nachgehen muss – oder will (Familie, Freunde, feste Termine)?
  • Bin ich flexibel genug bzw. kann ich mein Arbeitspensum so strukturieren, dass ich auch noch Zeit für spontane Einladungen und anderes Unvorhergesehenes habe?

Es ist wichtig, dass man sich nicht übernimmt.

Als Freelancer muss man vieles beachten. Eine gesunde Ernährung ist wichtig für Leistung und Produktivität (und das Wohlbefinden, natürlich). Zudem solltest Du darauf achten, zu Hause ein angenehmes Arbeitsklima zu schaffen – egal, ob Du alleine lebst oder mit Deiner Familie oder WG-Genossen zusammen. Es bietet sich an, dass Du in Deiner Wohnung einen Arbeitsplatz einrichtest, der im Idealfall räumlich abgetrennt sein sollte. Auch der körperliche Ausgleich darf nicht vernachlässigt werden: Zum Beispiel hält Sport in einem Verein fit und erlaubt es, zusätzlich Kontakte zu pflegen – gegen die Vereinsamung im Home Office.

Grenzen setzen

Der Mensch braucht Ausgleich. Auf Dauer ist es unmöglich, von der Arbeit zu kommen, weiter zu arbeiten und dann am nächsten Tag gleich wieder zur Arbeit zu gehen. Zum Entspannen nehme ich beispielsweise gerne ein langes Bad mit duftenden Badezusätzen oder spiele Brettspiele mit meiner Freundin.

Wenn man merkt, dass dies nicht so klappt wie geplant, muss man sich deutlichere Grenzen setzen. Wenn diese erreicht sind, macht man eine Pause. Sonst besteht die Gefahr eines Burnouts als Folge der kontinuierlichen Überforderung.

Nehmen wir als Beispiel einen Tag, an dem ich einen normalen Frühdienst habe:

Ich komme um 14:30 Uhr nach Hause und lege mich dann meistens für 2 Stunden für ein längeres Nickerchen hin. Um 16:30 Uhr esse ich. Wenn ich dann noch 1 ½ Stunden für den Haushalt investiere, ist es schon 18:00 Uhr. Dann könnte ich drei Stunden dem Freelancen widmen, bevor ich mich schlafen lege. Habe ich noch etwas vor, sind es nur ein bis zwei Stunden. Gelegentlich nehme ich mir auch vier Stunden Zeit – besonders wenn ein Projekt sich der Deadline nähert! Ich kann mir also den Nachmittag flexibel gestalten. Wenn ich an einem Tag mehr mache, mache ich am anderen weniger.

Durch meinen Schichtdienst gerät diese Struktur oft ins Wanken. Ich habe Früh-, Spät- und Nachtdienste. Außerdem gibt es in der Pflege keine normale 5-Tage-Woche. Deswegen habe ich unterschiedliche Arbeitszeiten und muss mir somit ständig die Freelance-Arbeit, abhängig vom monatlich variablen Dienstplan, neu einteilen. Manchmal habe ich bis zu 8 Dienste am Stück oder muss spontan einspringen. Da ist es natürlich schwer, sich an alle Vorsätze zu halten. So fällt dann auch mal das Nickerchen ganz aus oder wird verkürzt, um andere Dinge zu erledigen.

Zeitmanagement

Überstunden im Home OfficeFür eine richtige Work-Life-Balance ist ein gutes Zeitmanagement unverzichtbar. Schließlich will man auch die Anforderungen des Arbeitgebers zufriedenstellend erfüllen. Besonders als Teilzeit-Freelancer ist gutes Feedback genauso wichtig wie (oder wichtiger als) der Zuverdienst. Man will dem Kunden zeigen, dass auf einen Verlass ist und dass man gute Arbeit leistet. Zumeist hat der durchschnittliche Arbeitnehmer einen 8-Stunden-Tag. Er hat feste Arbeitszeiten, die im Notfall ab und an überzogen werden. Anders als beim Freelancer sind die Arbeitszeiten des durchschnittlichen Arbeitnehmers jedoch beschränkt. Der Freelancer arbeitet von zuhause aus und tendiert deshalb dazu, seine geplante Arbeitszeit zu überschreiten.

Jeder muss für sich selbst herausfinden, wie er es schafft, seine festgesteckten Arbeitszeiten einzuhalten. Zum Beispiel kann man einen Zeitplan ausarbeiten oder sich einen Wecker stellen. Es kann auch sinnvoll sein, seinen Computer so einzustellen, dass dieser nach einer gewissen Uhrzeit die Internetverbindung trennt oder sich gegebenenfalls herunterfährt. Weiterhin können Partner, Kinder und Freunde dabei helfen, die Arbeitszeiten einzuhalten.

Burnout

Burnout wird oft verharmlost – jeder kennt das Gefühl der Erschöpfung, wenn ein Tag besonders anstrengend war. Aber kein Mensch hält kontinuierliche Überlastung auf Dauer durch, ohne dass es ihm psychisch oder im schlimmsten Fall auch physisch schadet. Gerade deshalb ist die richtige Work-Life-Balance so wichtig: Man muss einen gesunden Ausgleich schaffen. Nicht nur die Arbeit kann zu einem Burnout führen, sondern auch der Stress im privaten Leben. Wenn man sich nicht sicher ist oder das Gefühl hat, dass man nicht weiter weiß, ist es oft hilfreich, sich einem Freund anzuvertrauen – oder ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Burnout sollte auf gar keinen Fall unterschätzt werden.

Auch das gerne als Burnout-Gegenteil bezeichnete Boreout sollte ernst genommen werden. Man unternimmt zu wenig und ist ständig gelangweilt. Allerdings ist das im Freelancebereich eher selten der Fall. 🙂

Um das alles kurz zusammenzufassen:

Für die richtige Work-Life-Balance muss man sich selbst Strukturen und Regeln setzen, auf sich hören, sich richtig ernähren, sich regelmäßig bewegen und den sozialen Kontakt mit Freunden aufrechterhalten. Man muss sich selbst Grenzen setzen – und diese auch einhalten!

1 Kommentar

  1. Guten Tag,
    vielen Dank für diesen informativen Beitrag. Mich würde als Leiter einer kleinen Firma interessieren, wie man am effizientesten einen Dienstplan für die Mitarbeiter erstellen kann, sodass jeder Arbeiter einen übersichtlichen Plan hat, um so auf den eigenen Work-Life-Balance zu achten. Als ich mich zu diesem Thema im Internet informieren wollte, bin ich dabei auf folgende Seite gestoßen, die eine passende Software anbietet.

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