Der Office Blues: Wie motiviere ich mich, wenn so gar nichts mehr geht?

Von Babypandas und Sumatra-Elefanten

Montagmorgen nach einem entspannten Wochenende. Man dreht den PC auf, checkt die Emails, schaut sich den Kalender mit der eingeteilten Arbeit an, sippt nochmal am Kaffee und los gehts! Die Vöglein zwitschern, die Arbeit erledigt sich fast wie von selbst, und sogar der unhöflichste Kunde ist plötzlich freundlich wie nie – der perfekte Arbeitstag.

… aber was, wenn nicht? Ob zu wenig Schlaf, Stress, oder auch nur das Wetter – jeder hat früher oder später mal einen Tag, an dem so gar nichts weiter geht. Das könnte zum Beispiel eine Schreibblockade sein, oder einfach das Gefühl, so gar keinen Fortschritt zu machen.

Gott sei dank ist der Tag aber noch nicht verloren. So groß auch die Versuchung sein mag, wieder ins Bett zurück zu kriechen, gibt es eine ganze Reihe anderer Möglichkeiten, um den Tag trotzdem erfolgreich zu nutzen.

Die einfachsten Lösungen zuerst:

Eine Kleinigkeit essen, ein Glas Wasser trinken, für ein paar Minuten in die Sonne gehen.

Office Blues: Gelangweilt im BüroWenn es regnet, eben kurz den Regen genießen. Anders ausgedrückt: Eine Pause einlegen und dafür sorgen, dass der Körper genug Energie hat. Wer die Nacht zuvor nicht oder schlecht geschlafen hat, kann entweder mit Kaffee und frischer Luft kompensieren oder es mit einem Mittagsschläfchen probieren – dann geht es gleich etwas leichter.

Mit ein bisschen Glück löst das das Problem schon. Falls nicht – wir sind noch nicht am Ende unserer Möglichkeiten angelangt. Jeder hat kleine Dinge die ihn glücklich machen – sei das die Farbe gelb, der Duft von Rosen, oder Bilder von Baby-Pandas. Die nächste Idee ist daher:

Auch wenn die Arbeitslast erdrückend scheint, bewusst zehn Minuten Zeit nehmen und vom PC weggehen.

Eine Tasse Kakao, der Lieblingssong (sogar wenn’s Despacito ist – wir erzählen’s niemandem, versprochen!) und schon ist man erfrischt und hoffentlich etwas motivierter.

Aber wenn auch die heimliche Justin-Bieber Musik nicht funktioniert, dann hilft nur noch, die Arbeit umzustrukturieren.

Den Tagesplan neu aufstellen

Ein Beispiel wäre etwa, etwas für später Geplantes früher zu erledigen, und danach wieder zu dem problematischen Teil zurückzukehren. Falls das nicht genügt – gelegentlich hilft es, die Ziele für den Tag etwas herunterzuschrauben. Sich sieben Dinge vorzunehmen und keines zu schaffen ist viel weniger effizient, als nur zwei zu planen, aber beide zu schaffen. Auch wichtig: Sich hier zu stressen – „Ich muss heute noch X Dinge machen und bin schon so spät dran“ – wird absolut nicht helfen.

Den Tagesplan umstrukturierenStattdessen positiv denken: Heute kann ich noch X Dinge schaffen, wenn ich mich anstrenge. Da ist auch das Gefühl, dass man etwas geleistet hat, gleich viel stärker.

Und was, wenn der Office Blues mehrere Tage statt nur einiger Stunden dauert?

Eine der besten Ideen: Früher Aufstehen. Das gilt auch und besonders für Morgenmuffel – so groß die Versuchung auch sein mag, bis 11 auszuschlafen, ist man doch erwiesenermaßen produktiver, wenn man den Tag früh beginnt. Das heißt aber auch, dass man nicht bis 3 Uhr morgens wach bleibt, sondern mal eher ins Bett geht.

Einfach mal ausprobieren: So gegen 7 bis 7.30 Uhr aufstehen und auch ja nicht das Frühstück auslassen, und schon hat man doppelt so viel Energie, ist (erwiesenermaßen!) produktiver, und kann sich mit ein bisschen Glück sogar noch den Sonnenaufgang ansehen.

Unheilbare Morgenmuffel haben aber auch noch andere Optionen:

Eine kurze Sporteinheit einlegen – nicht gleich einen 10km Lauf oder 3 Stunden im Fitnesstudio, sondern zweimal um den Block oder 10 Minuten am Heimtrainer. Wem’s Spaß macht, der kann auch Yoga, Zumba oder sonst etwas probieren. Wichtig ist die Bewegung an sich. Das regt den Kreislauf und das Gehirn an, lenkt vom Arbeitsstress ab, und verleiht einem eine neue Perspektive. Stress-Blockaden können ganz leicht von einer einzigen Sache wie einem schwierigen Kunden verursacht werden – etwas Abstand ändert auch den Blickwinkel.

Prokrastination: Nur noch ein Katzenfoto

Prokrastination, auch bekannt als das große Aufschieben, „Ich-mach’s-in-10-Minuten“ oder „Nur-noch-ein-Katzenfoto“. Für alle, die online arbeiten, eine große Versuchung: Man hat die gesamte Sammlung des menschlichen Wissens vor der Nase. Wer könnte da der Gelegenheit widerstehen, sich Videos von Hundewelpen beim Treppensteigen anzuschauen?

Wenn man denn erst mal damit angefangen hat, ist die Motivation, zur Arbeit zurückzukehren, längst über alle Berge.

Manch einer kann sich vielleicht noch daran erinnern, wie es war, in der Schule eine Arbeit mithilfe von Wikipedia zu schreiben. Vom thematisch relevanten Artikel zu einem viel Interessanteren, zu einem komplett anderem Thema… und schon ist es 4 Uhr morgens und man findet sich auf einer Seite über Elefanten in Sumatra wieder, anstatt die Geschichtsarbeit über den Zweiten Weltkrieg fertig zu schreiben.

Wo möglich, sollte man sich also besser mit arbeitsrelevanten Themen ablenken. Wer in der IT arbeitet, könnte einen interessanten Tech-Blog finden, und wer schreibt, könnte etwas zu neuen Schreib-Techniken oder etwas Ähnliches suchen. (Oder zu Prokrastination – ha!) Ablenkung ja, ein Katzenfoto- oder Wikipedia-Binge: Nein.

Work-Life-Balance: Abschalten, bitte

Und zuletzt: Selbst mit den besten Produktivitätsstrategien kann es passieren, dass an manchen Tagen gar nichts geht. Wenn auch die allerbeste Idee nichts mehr bringt, ist es eventuell Zeit für einen Urlaub.

Im Home Office ist es sehr einfach, die gesunde „Work-Life-Balance“ aus den Augen zu verlieren. Das sollte natürlich nicht passieren. Im Bürojob hat man eine gewisse Anzahl an Tagen die man sich freinehmen kann, und die Meisten nutzen diese auch gut aus – zuhause ist das aber nicht der Fall, da kaum jemand kontrolliert ob man hinter dem Schreibtisch oder am Sandstrand in Fiji sitzt.

Aber: Der Mensch ist keine Maschine und muss auch mal entspannen. Wer also Probleme hat, sich zu motivieren, sollte darüber nachdenken, wann er das letzte Mal so richtig Urlaub gemacht hat.

Mehr als zwei, drei Monate her? Dann ist es wahrscheinlich höchste Zeit für ein verlängertes Wochenende. Ob am Sandstrand oder im Wohnzimmer – manchmal ist das Abschalten doch die beste Lösung.

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  1. Lebenserhaltung im Homeoffice: Wie esse ich richtig, ohne eine innige Beziehung zum Pizzaboten aufzubauen? – homeoffice.jetzt

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