Braucht man im Home Office Ersatz für Kollegen?

Was Du tun kannst, wenn Dir im Home Office die Decke auf den Kopf fällt

Endlich keine nervigen Kollegen und Chefs mehr, sondern von zu Hause aus ause Geld verdienen – ein Traum! Das denken sich wahrscheinliche viele zu Beginn ihrer Selbstständigkeit. Bei den einen bleibt es dabei, bei den anderen schleichen sie sich früher oder später ein: Die langweiligen Momente, in denen man erst zu schätzen weiß, dass ein bisschen Gesellschaft doch auch mal ganz gut tut und Plaudern in der Kaffeepause mit netten Kollegen einfach mehr Spaß macht, als Selbstgespräche zu führen.

Doch was tun, wenn die Decke einem auf den Kopf fällt und das dudelnde Radio kein adäquater Ersatz für soziale Kontakte mehr ist?

Home Office vs. innerer Schweinehund

Innerer SchweinehundIn Jogginghose am Schreibtisch lümmeln klingt erst mal bequem. Okay, ist es auch. Aber leider alles andere als produktiv. Wer sich morgens fertigmacht, ins Business-Outfit schlüpft und dann im Büro von vielen mehr oder weniger arbeitenden Menschen umgeben ist, der wird fast automatisch von deren Elan mitgerissen. Die Gefahr, sich nach dem Klingeln des Weckers noch ein paar Mal umzudrehen und nach dem Aufstehen erst mal 2 Stunden auf Facebook zu vertrödeln, sinkt, wenn klare Strukturen und ein Umfeld mit vielen Kollegen den Tag bestimmen.

Berufliches und Privates trennen

Diese Floskel gewinnt für Freelancer, die im Home Office arbeiten, eine ganz neue Bedeutung. Denn wenn Kinder und/oder Partner auch Zuhause sind, kann es schwierig werden. Einsamkeit kommt dann sicherlich nicht auf, allerdings verschwimmen auch schnell die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Es ist verlockend, zwischen Wohnzimmer und Arbeitszimmer zu pendeln und für die Familie stets auf kurzem Wege erreichbar zu sein. Dadurch leidet allerdings auch die Produktivität. Halbwegs feste Arbeitszeiten, in denen Du nicht gestört wirst und Dich ganz auf Deine Arbeit konzentrieren kannst, sind deshalb auch im Home Office sinnvoll. Eigene Disziplin und viel Verständnis, dass Du nur, weil Du zu Hause arbeitest, eben trotzdem nicht ständig Zeit hast, sind dafür besonders wichtig.

Co-Working

Wer auf sein Home Office nicht verzichten will, aber ab und zu einfach Abwechslung und Input von Außen braucht, kann sich nach einem Co-Working-Space umsehen. Inzwischen gibt es hierfür in nahezu allen Städten Angebote, ob Hannover, Berlin oder München. Co-Working-Spaces sind vollausgestattete Büroräume, die tage- oder wochenweise gemietet werden können.

Ein Vorteil – neben dem Umstand einfach mehr unter Leuten zu sein – ist, dass die Kosten weitaus niedriger sind als für ein eigenes Büro und Co-Working-Spaces flexibler mietbar sind. Einrichtung muss auch nicht gekauft werden, denn die Basis-Infrastruktur (wie Schreibtische, Telefon, Internet) steht schon parat. Nicht selten lassen sich beim Co-Working auch wertvolle Kontakte knüpfen, die sich bestens ergänzen und berufliche Partnerschaften ermöglichen.

Auch, wer nur selten geschäftliche Kontakte persönlich trifft, ist mit einem Co-Working-Space gut beraten. Die Umgebung ist professionell und nicht so persönlich, wie Geschäftspartner in die eigene Wohnung mit Home Office einladen zu müssen.

Cafés

Im Café arbeitenVor allem in hippen amerikanischen Großstädten wie L.A. oder New York ist es gang und gäbe, sich mit Laptop und Smartphone bewaffnet in ein Café zu setzen und dort inmitten vieler anderer Freelancer zu arbeiten. In Deutschland ist das vergleichsweise selten der Fall, doch vor allem in Entrepreneur-Hochburgen wie Hamburg und Berlin setzen sich viele für einige Stunden zum Arbeiten in ein Café. Natürlich geht das auch sonst überall, nur dürften da die Gleichgesinnten weniger sein.

Die Inhaber von Cafés sehen das natürlich nur gerne, wenn auch der Umsatz stimmt. Deshalb gilt: Wer sich stundenweise zum Arbeiten in ein Café begibt, sollte auch regelmäßig Snacks oder noch das ein oder andere Getränk bestellen.

Stammtische

Über soziale Netzwerke wie LinkedIn, XING oder auch Facebook-Gruppen findest Du unkompliziert Menschen mit ähnlichem beruflichem Background aus Deiner Region. Mal trifft man sich wöchentlich, mal monatlich zum gemütlichen Stammtisch. Neue Blickwinkel und Perspektiven, interessante Brancheninterna und nette Kontakte helfen dabei, aus dem Home-Office-Trott zu entkommen und sich nicht in den eigenen Gedanken festzufahren. Frischer Wind tut gut, auch wenn es nur selten ist!

Workation

Ja, richtig gelesen, diesen Begriff gibt es wirklich! Workation kombiniert „Work“ mit „Vacation“ – also Arbeit und Urlaub. Gemeint ist damit, sich mit Gleichgesinnten zusammenzutun und einfach mal zu verreisen. Ob nun Ferienhaus im Ausland oder eine gemeinsame Ferienwohnung in einer anderen Stadt Deutschlands spielt dafür keine Rolle. Auch hier läuft die erste Kontaktaufnahme oft über soziale Netzwerke oder man kennt sich bereits von Coworking und Stammtisch.

Ziel ist es, zu netzwerken, neue Reize zu bekommen und aus dem Alltag auszubrechen – aber trotzdem weiterzuarbeiten. Im Idealfall produktiver und kreativer denn je. Zugegebenermaßen ist Workation primär etwas für Freelancer, die sehr offen und experimentierfreudig sind und auch kein Risiko scheuen – immerhin kann es auch passieren, dass man sich mit den Kollegen so gar nicht versteht.

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  1. Gesellschaft im Home Office: Virtuelle Kollegen finden – homeoffice.jetzt

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