5 Tipps zu gesundem Essen im Home Office

Wie man gesund zu Hause isst - rund um die Arbeit

Eine fiese und überraschende Herausforderung bei der „Heimarbeit“ ist die Organisation von vernünftigem Essen. Bei all den Zeitschriften und Internetseiten, die sich voll dem Thema „gesundes Essen bei der Arbeit“, „Mitnehm-Lunches“ und überhaupt der Planung von Mahlzeiten rund um einen Bürojob beschäftigen, möchte man meinen, dass die Versorgung zuhause im Vergleich ein Kinderspiel ist.

Wieso es so schwierig ist, zu arbeiten und gesund zu essen

Gesund essen im Home OfficeEs ist tatsächlich nicht unglaublich schwierig – es bedarf aber eben Planung und Organisation, genau wie bei der Arbeit in einem Büro beim Arbeitgeber. Ein Grund für die Annahme, zu Hause wäre gesundes Essen und Kochen viel einfacher, liegt in der Vermischung von „zu Hause arbeiten“ mit „Hausarbeit“.

Das waren früher zwei Vollzeitjobs, die oft auf zwei Menschen verteilt wurde: Eine Person, die mindestens acht Stunden am Tag außerhalb arbeiten geht (oder sich als Schriftsteller, Architekt oder Wissenschaftler in einem abgeschiedenen Büro einschließt), und eine zweite Person, die in der Zeit das Einkaufen, Putzen, Waschen, Planen und Kochen von Mahlzeiten und oft auch die Kinderbetreuung übernimmt.

Wie fair diese Arbeitsteilung war, hing vom einzelnen Paar ab. Der entscheidende Punkt war allerdings, dass sich zwei Menschen die Aufgabenbereiche „Einkommen“ und „Klarkommen“ teilen konnten. Wer alleine lebt, muss beide Jobs übernehmen. Genauso alle, die sich zwar in Partnerschaften zusammengefunden haben, in der jeder für Einkommen arbeitet.

Und es macht keinen großen Unterschied, ob man Zuhause oder beim Chef sein Büro hat: Es fällt eine Menge Arbeit an, die rund um die gewerbsmäßige Tätigkeit verteilt werden will. Essensplanung und Kochen gehört dazu.

Eine Strategie entwickeln

Gesundes Essen im Homeoffice oder Büro will daher gut geplant sein. Es gibt unterschiedliche Strategien, von denen nicht jede zu jedem Menschen passt – logisch. Was am besten funktioniert, hängt von der persönlichen Ernährung, der Arbeit, Aktivitätszeiten und so weiter ab. Die meisten Leute finden aber bald eine Strategie, die für sie gut funktioniert.

1 – In der Küche oder nicht in der Küche, das ist hier die Frage

Jeder hat irgendwann mal von Langeweileessen und von den Studien gehört, in denen Menschen die Wahl hatten, aus einer Tüte im Zimmer zu snacken oder im Nebenraum. Überraschung (oder auch nicht): Wir sind größtenteils faul und wenn der Weg zum Essen weit ist, essen wir weniger oder zumindest seltener.

Wer also als Arbeitsvermeidungsstrategie Nummer 1 gerne aufsteht, sich einen Kaffee macht, ein paar Kekse isst, vielleicht mal eine Scheibe Brot dazwischen schiebt, aus dem Kühlschrank nascht, … und am Ende des Tages keine einzige sinnvolle Mahlzeit, aber unglaublich viele verstreute Kalorien zu sich genommen hat, arbeitet am besten nicht in der Küche und auch nicht direkt daneben. Ein fester Arbeitsplatz, an dem alles Nötige liegt (sodass man nicht anfängt, durch die Wohnung zu wandern) kann enorm helfen.

Wer andersherum zu wenig isst und über den Tag das Essen bei der Arbeit vergisst, sollte sich den Zugang zum Essen einfach machen. Viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt werden von vielen Experten empfohlen.

2 – Mahlzeiten richtig über den Tag verteilen

Womit wir zum zweiten Teil kommen. Gesundes Essen kann aus drei Hauptmahlzeiten (Frühstück, Mittag und Abendessen) bestehen und durch Obst zwischendurch ergänzt werden. Es gibt aber auch Menschen, die eine dieser Mahlzeiten einfach nicht einplanen können und deswegen lieber mehr kleine Speisen über den Tag verteilen. Auch dabei sollten Obst und Gemüse natürlich eine große Rolle spielen und den Vorzug vor Cornflakes, Keksen oder Pudding erhalten.

Der Vorteil der Arbeit zu Hause: Das Frühstück kann genauso ausführlich ausfallen, wenn man vorher gern erst mal zwei Stunden arbeitet, wie direkt nach dem Aufstehen. Wer das bevorzugt, muss sich nur noch dazu durchringen, bis zur Pause auch wirklich zu arbeiten – ganz wie im Büro also.

3 – Wo kommt das Essen eigentlich her? (Und was bezahl ich dafür?)

Kochen im Home OfficeEs gibt viele Möglichkeiten, mittags und abends ans Essen zu kommen. Die faulste ist wohl die Bestellung übers Internet. Zur gewünschten Zeit bringt ein netter Mensch Pizza, Pommes oder Döner ins Haus – in der ungesunden Variante. Das muss man manchmal erst herausfinden oder suchen, aber: Viele Lieferdienste bringen auch gesunde Speisen vorbei. Der große Nachteil dieser Methode sind die Kosten. Und in vielen Fällen, dass man allein nicht den Mindestbestellwert erreicht, obwohl eine volle Mahlzeit fast 10 € kosten würde.

Eine andere faule Methode, die meist viel günstiger ist, sind Fertiggerichte. Dabei gibt es die mehr oder weniger substanzlose Variante der 5-Minuten-Terrine, in der Aromen und Geschmacksstoffe den Unterschied dazu ausmachen, auf einem Pappstück zu kauen. Es gibt aber auch Fertiggerichte, die wesentlich besser sind, als ihr Ruf: Gemüsepfannen, die tatsächlich Gemüse enthalten zum Beispiel. Diese Substanz zeigt sich dann meistens auch wieder im Preis: Statt 69 Cent bezahlt man eher 3 € pro Portion.

Eine fleißige Variante ist natürlich das Selbstkochen. Da sind die Grenzen nach unten (Nudeln mit Salz) oder oben (selbstgemachtes Sushi) kaum erkennbar, sowohl was Preis als auch Aufwand betrifft. Ein Mittelding entsteht, wenn man sich die unterschiedlichen Möglichkeiten ansieht, zu kochen.

4 – Kochen und Kochen – es gibt Unterschiede

Kochen ist nicht gleich Kochen. Wie gesagt: man kann beliebig komplizierte Gerichte zubereiten. Aber man kann auch zu beliebigen Zeiten kochen. Kochen kann eine handwerkliche oder kreative Tätigkeit sein. Dann ist das Essen zubereiten auch eine Möglichkeit, sinnvolle Pausen vom Arbeiten einzubauen – oder sich vorm Arbeiten zu drücken. Auch das ist natürlich Typfrage.

Wenn man sich wirklich in die Tätigkeit vertieft, kann Kochen deswegen auch ein guter Abschluss des Tages sein und eine klare Grenze zwischen Arbeit und Freizeit ziehen. Wer um 18 Uhr mit dem Kochen beginnt, kann drumherum noch etwas aufräumen oder eine letzte E-Mail tippen, wenn das Essen gart. Aber wenn das Essen fertig ist, dann setzt es einen Schlusspunkt unter den Tag und bietet so sogar Struktur.

Und für die Mahlzeiten tagsüber eignen sich vorbereitete Pakete: Statt den Sonntag „nur“ zu vergammeln kann man zum Beispiel dann einmal Reis oder Kartoffeln für die Woche vorkochen. Mit ein paar vorbereiteten Soßen und Tiefkühlgemüse lässt sich mittags in fünf Minuten eine Kombination zusammensetzen, die in der Mikrowelle weitere 5-10 Minuten braucht und dann der Gemüsepfanne in der Mensa oder Kantine in nichts nachsteht.

5 – Essen ist sozial

Zusammen essen im Home OfficeZuletzt sollte man nicht vergessen, dass Essen eine soziale Aktivität sein kann. Essen in der Mensa oder Kantine bei der Arbeit ist also nicht nur sehr bequem, sondern erfüllt gleich ein zweites Bedürfnis des Tages. Kollegen tauschen sich aus oder sind in der Pause ganz frei von Arbeitsgedanken. Währenddessen nehmen wir „Heimarbeiter“ unser Essen alleine zu uns – und ganz ehrlich oft genug auch einfach beim Arbeiten.

Während dieser Artikel entstanden ist, habe ich es zum Beispiel nicht geschafft, in Ruhe an einem anderen Tisch zu essen. Es ist einfach zu verlockend, die Arbeit gleichzeitig noch weiter zu treiben. Ab und an ist das auch nicht unbedingt schädlich – habe ich für meinen Rhythmus festgestellt. Aber ich schreibe mir auch gleich auf, dass ich mal wieder eine „Kollegin“ zum Essen treffen sollte oder vielleicht am Wochenende Freunde zum Bekochen einlade. Alles in Balance!

 

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